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		<title>Undankbarer Job gut gemacht</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 12:47:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mittelland Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Rücktritt von Finma-Präsident Eugen Haltiner
Mittelland Zeitung
Es ist billig, wie dies gewisse Online-Medien schon gestern  Mittwoch getan haben: den zurücktretenden Eugen Haltiner als den  falschen Mann an der Spitze der Finma zu bezeichnen und ihn quasi für  das UBS-Debakel mitverantwortlich zu machen. Bloss weil er seine lange  Karriere in der UBS [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Zum Rücktritt von Finma-Präsident Eugen Haltiner</strong></h3>
<p><em><strong>Mittelland Zeitung</strong></em></p>
<p>Es ist billig, wie dies gewisse Online-Medien schon gestern  Mittwoch getan haben: den zurücktretenden Eugen Haltiner als den  falschen Mann an der Spitze der Finma zu bezeichnen und ihn quasi für  das UBS-Debakel mitverantwortlich zu machen. Bloss weil er seine lange  Karriere in der UBS durchlief, wo er es bis zum Generaldirektor brachte,  hat er in der Überwachung nicht versagt. Die Finma hätte das Investment  der UBS in die giftigen Subprimes gar nicht verhindern können. Zudem  lag das Problem vor allem daran, dass der ausserhalb der Bank geführte  eigene Hedge Fund die gleichen Produkte in den Büchern hatte. Auch ist  das Timing nicht Sache der Finma. Wann der richtige Zeitpunkt zum  Aussteigen ist, muss die Bank selber wissen. Haltiner kann man auch  nicht dafür verantwortlich machen, dass ein überehrgeiziger Marcel Ospel  die UBS angetrieben hatte, um sie zur grössten Investmentbank der Welt  umzuschmieden.</p>
<p>Als Haltiner 2006 zum damaligen Präsidenten der  Eidgenössischen Bankenkommission (heute Finma) gewählt wurde, klatschte  man Beifall, dass ein ehemaliger Generaldirektor der UBS für ein solches  Amt gefunden werden konnte. Man versprach sich besondere  Fachkenntnisse, die der Überwachungsbehörde bisher gefehlt haben. Zudem  galt der Schaffhauser als gradliniger Typ, der sich sehr wohl getrauen  würde, den mächtigen Grossbanken auf die Finger zu klopfen. Das hatte er  auch bewiesen, als er – wie im GPK-Bericht über die UBS-Krise  nachzulesen ist, im Frühling 2008, als die UBS eben wieder massive  Verluste meldete, an einem Freitagnachmittag zusammen mit seinem  Stellvertreter Peter Eckert nach Zürich zu Marcel Ospel fuhr und seinen  Ex-Kollegen zum sofortigen schmachvollen Rücktritt zwang.</p>
<p>Haltiner musste in den schlimmsten Tagen der UBS  in seinen Statements dauernd abwägen zwischen der brutalen Wahrheit und  einer noch vertretbaren Besänftigung. Würde er zu deutlich, wäre unter  den drei Millionen Schweizer Kunden Panik ausgebrochen, es hätten sich  lange Schlangen vor den Schaltern gebildet und die Bank wäre nicht mehr  zu retten gewesen. Wäre er zu schönfärberisch gewesen, hätte man ihn der  Lüge und Vertuschung bezichtigt. Zudem wurde er ein Gefangener des  Systems, ein Rücktritt während der grössten Krise war unmöglich, weil  damit Zweifel an seiner Integrität (und jener der Finma) aufgekommen  wären. Keine Frage, sein Job war 2008 und 2009 alles andere als ein  Schleck. Dafür beneidete ihn niemand. Auch ihm war klar, dass an der  Regulierungsbehörde etwas hängen bleiben würde, wenn eine Bank vom  Format einer UBS an den Rand des Abgrunds gerät. Wo Fehler passieren,  sucht man Schuldige, die in der Regel rasch gefunden werden. Ergo  prasselte unaufhaltsam Kritik auch auf Haltiner nieder. Und weil ein  Übel selten alleine kommt, wurde die Finma auch noch der Untätigkeit im  Fall der Steueraffäre der UBS mit den USA bezichtigt. Doch erstens war  Haltiner zur Tatzeit gar nicht im Amt und zudem spielten sich die Fälle  ausserhalb des Kontrollbereichs der Finma ab.</p>
<p>Haltiners Rücktritt hat einen direkten  Zusammenhang mit der Demission von Bundesrat Merz. Ein neuer  Finanzminister wird diesen vorbelasteten Posten neu besetzen wollen.  Also kommt Haltiner einer Rücktrittsaufforderung jetzt zuvor. Im  Rückblick hat er einen schwierigen Job korrekt gemacht. Ob ein anderer  effizienter gewesen wäre, ist eine hypothetische Frage. Schwierig wird  es, einen Nachfolger zu finden. Von der UBS oder der Credit Suisse kann  er nicht kommen.</p>
<p>Doch dann wird es wohl heissen, er verstehe vom  Banking nichts.</p>
<p>Artikel als pdf <a href="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/MG_azm_20100819_78492_1_1.pdf"><img class="alignnone size-full wp-image-17" title="PDF" src="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/PDF.gif" alt="" width="37" height="46" /></a></p>
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		<title>Nationalbank soll Hilfsfonds auflösen</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 19:22:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[SonntagsZeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonntagszeitung
So wandelt sich ein Drama zur Erfolgsstory: Der  Stabilisierungsfonds der Nationalbank, in den die  UBS im Oktober 2008  ihre damals «giftig» genannten Papiere auslagern konnte, entpuppt sich  für die SNB als Geschäft. Schon früh hatte sich gezeigt, dass  die  Probleme weniger gravierend waren. Statt der angekündigten 54 Milliarden  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Sonntagszeitung</em></strong></p>
<p>So wandelt sich ein Drama zur Erfolgsstory: Der  Stabilisierungsfonds der Nationalbank, in den die  UBS im Oktober 2008  ihre damals «giftig» genannten Papiere auslagern konnte, entpuppt sich  für die SNB als Geschäft. Schon früh hatte sich gezeigt, dass  die  Probleme weniger gravierend waren. Statt der angekündigten 54 Milliarden  Dollar musste die SNB bloss 35 Milliarden in den Fonds investieren, und  dank  Rückzahlungen und Verkäufen ist das SNB-Darlehen per Ende Juni  auf 15,7 Milliarden Dollar  geschrumpft. Vor allem aber macht der Fonds  Gewinn, im ersten Halbjahr satte 1,9 Milliarden. Das ist den  Währungshütern mehr als nur willkommen. Ihre immensen Währungsverluste  aus den breit kritisierten, massiven Euro-Käufen konnten auch dank dem  Stabfonds reduziert werden.</p>
<p>Zusätzlich schaufelt das Vehikel der SNB happige  Zinserträge in die Kasse. Für das Darlehen muss die  UBS 2,5 Prozent  Zins entrichten, angesichts der Tatsache, dass die SNB den Banken sonst  Geld praktisch zum Nulltarif zur Verfügung stellt, ein stolzer Satz. Bei  einem geschätzten durchschnittlichen Darlehen von 20 Milliarden  blätterte die UBS der SNB in den letzten 12 Monaten satte 500 Millionen  auf den Tisch.</p>
<h2>«Die Bilanz der UBS ist solide, das  verbleibende Risiko kann sie sehr  wohl  selber tragen»</h2>
<p>Schon Anfang Jahr hatte CEO Oswald Grübel deshalb  gebeten, den Fonds aufzu lösen und die Papiere zurück- kaufen zu können.  Doch die SNB will davon nichts wissen, wie sie eben wieder bestätigt  hat. Nebst  den munter sprudelnden Zinsen winken weiterhin Gewinne. Von  dem, was am Schluss unter dem Strich übrig bleibt, bekommt sie die erste  Milliarde, der Rest wird hälftig geteilt. Zudem kann die SNB immer auf  die gewährte Finanzhilfe pochen, was die UBS in der kritischen «Too big  to fail»-Frage mundtot macht.</p>
<p>Ordnungspolitisch wäre es jetzt an der Zeit, diese  Rettungsübung abzubrechen. Die UBS braucht keine Hilfe mehr, sie macht  wieder Gewinn, auf Jahresbasis zwischen 8 und 10 Milliarden. Ihre Bilanz  ist solide, das verbleibende Risiko kann sie sehr wohl selber tragen.   Es ist auch nicht Aufgabe der SNB, auf weitere Gewinne zu spekulieren,  nur weil sie hofft, eine Gegenposition zu ihrem Devisenrisiko zu halten.  Schliesslich zieht auch das Argument nicht, dass bei einer Rückführung  des  Fonds die Eigenkapitaldecke der UBS geschmälert würde. Die Bank ist  laufend daran, Eigenkapital aufzubauen und kann die Differenz rasch  ausgleichen. Im Übrigen haben CS und UBS auf Geheiss der SNB ihre  Eigenkapitalquoten massiv ausgebaut, während die SNB  mit ihrer  Euro-Spekulation eine gewaltige Risikoposition aufgebaut hat. Kein  Wunder, vergleichen manche die SNB mit einem Hedgefonds.</p>
<p>Artikel als pdf <a href="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/MG_tas_20100815_0_0_41.pdf"><img class="alignnone size-full wp-image-17" title="PDF" src="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/PDF.gif" alt="" width="37" height="46" /></a></p>
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		<title>Die Show der US-Milliardäre</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 18:58:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mittelland Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittelland Zeitung
Die knappe Ankündigung von 40 US-Milliardären letzte Woche,  spätestens bei ihrem Ableben die Hälfte ihres Vermögens zu spenden, hat  hohe Wellen geworfen. In Kommentaren ist sofort die Frage gestellt  worden, ob das sinnvoll sei. Und am liebsten hätten die Medien Nachahmer  präsentiert.
Die Attraktivität von Geld und Reichtum in der  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Mittelland Zeitung</strong></em></p>
<p>Die knappe Ankündigung von 40 US-Milliardären letzte Woche,  spätestens bei ihrem Ableben die Hälfte ihres Vermögens zu spenden, hat  hohe Wellen geworfen. In Kommentaren ist sofort die Frage gestellt  worden, ob das sinnvoll sei. Und am liebsten hätten die Medien Nachahmer  präsentiert.</p>
<p>Die Attraktivität von Geld und Reichtum in der  Öffentlichkeit wird nur noch durch Sex übertroffen. Die Vorstellung,  dass die Reichsten ihr Geld spenden und damit auf irgendeine Weise  symbolischen Verzicht leisten – real mangelt es ja an gar nichts –,  erfüllt die Sehnsucht aller andern, die nichts oder weniger haben.  Gerechtigkeit soll herrschen, die ganz besonders in der christlichen  Ethik eine zentrale Rolle der Heilslehre darstellt. Nirgends aber ist  dieser Wunsch nach Gleichheit stärker als in Deutschland, der Wiege der  sozialen Marktwirtschaft. Die Parteien spendeten Lob, sofort wird die  Idee einer Sondersteuer lanciert.</p>
<p>Indes, die durchaus lobenswerte Spendenpraxis in  den USA gibt für Europa kein brauchbares Vorbild, zu unterschiedlich  sind die Mentalitäten. Da ist erst mal der Umstand, dass in den USA  Spenden von den Steuern abgesetzt werden können, was staatspolitisch  hochproblematisch ist, weil so dem Staat die Lenkung von wertvollem  Steuersubstrat entzogen ist. Ferner lässt sich die Zahl der Milliardäre  in europäischen Ländern meist an einer oder zwei Händen abzählen,  wogegen in den USA über 400 Personen mit einem Vermögen von über 1000  Millionen bekannt sind. Der Durchschnittsmilliardär läuft unter «ferner  liefen» und versinkt quasi in der Anonymität. Von Bedeutung ist zudem  das sehr entkrampfte Verhältnis der Bevölkerung reichen Leuten  gegenüber. Larry Ellison etwa, der Besitzer von Oracle, steigert sein  Vermögen pro Jahr um 1,8 Milliarden Dollar und niemand regt sich darüber  auf. Reichtum gilt allgemein als «geil». Dass jetzt auf Initiative von  Bill Gates (Microsoft) und Warren Buffett (Birkshire Hathaway) die  beiden reichsten Männer des Landes auf einer Website  (www.thegivingpledge.org) eine Milliardärsliste publizieren, zeigt nur,  mit welcher Unbekümmertheit die reichsten Amerikaner ihren Reichtum  boulevardisieren. Die Idee der Website sei es, andere Milliardäre zu  animieren, Gleiches zu tun.</p>
<p>Weil in Europa die Vermögen deutlich kleiner sind  als in den USA und die Gelder in der Regel in grossen Aktienpaketen  gebunden sind, sind riesige Spenden schwierig. Dieses Geld zu Lebzeiten  zu verschenken, hiesse, die Kontrolle über Firmen ganz oder teilweise  aufzugeben und den Konzern zu destabilisieren. Das ist etwa bei der  Familie Hoffmann (Roche) der Fall. Und letztlich ziehen es aus  verständlichen Gründen die meisten reichen Leute in Europa vor, Geld  anonym zu spenden, offensichtlich auch in den USA. Schliesslich  figurieren auf der genannten US-Liste nur gerade 10 Prozent aller  US-Milliardäre.</p>
<p>Artikel als pdf<a href="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/MG_azm_20100812_76110_1_1.pdf"><img class="alignnone size-full wp-image-17" title="PDF" src="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/PDF.gif" alt="" width="37" height="46" /></a></p>
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		<title>Die USA müssen China fürchten</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 19:16:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mittelland Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittelland Zeitung
Gewaltiger Handelsbilanzüberschuss im Reich der Mitte
Wir können den Trend in der Schweiz ablesen: Der  Touristenstrom aus China ist heuer gewaltig angeschwollen. Die  Bergbahnen verzeichnen diesen Sommer Rekordwerte an chinesischen  Touristen, die Uhrenverkäuferinnen in Luzern kommen aus dem Staunen  nicht mehr heraus.
Was im Kleinen das hiesige Business freut,  manifestiert sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Mittelland Zeitung</strong></em></p>
<h3>Gewaltiger Handelsbilanzüberschuss im Reich der Mitte</h3>
<p>Wir können den Trend in der Schweiz ablesen: Der  Touristenstrom aus China ist heuer gewaltig angeschwollen. Die  Bergbahnen verzeichnen diesen Sommer Rekordwerte an chinesischen  Touristen, die Uhrenverkäuferinnen in Luzern kommen aus dem Staunen  nicht mehr heraus.</p>
<p>Was im Kleinen das hiesige Business freut,  manifestiert sich auf eindrückliche Weise in makroökonomischen Zahlen.  Mit eingeschaltetem Nachbrenner stösst Chinas Wirtschaft in neue Sphären  vor: Im Juni lagen die Exporte fast unvorstellbare 43 Prozent über dem  Vergleichsmontag des Vorjahres, im Juli betrug das Plus 38 Prozent. Was  für die Titlis-Bahnen oder den Uhrenhändler Bucherer Good News sind,  bereitet Ökonomen und politischen Beobachtern Sorgen der gröberen Art.</p>
<h2>Der Handelsbilanzüberschuss ist der wirkungsvollste Machtfaktor Chinas.  Die Spannungen, die sich um das steigende Ungleichgewicht aufbauen, sind  ernst zu nehmen.</h2>
<p>China als Fabrik der Welt bolzt davon, während vor  allem die südlichen Länder Europas und die USA stagnieren. Das  Ungleichgewicht zwischen den Blöcken wird dramatisch grösser. Das zeigt  sich konkret am massiv gestiegenen Handels- bilanzüberschuss Chinas.  Allein im Juni betrug dieser 20 Milliarden Dollar, im Juli waren es  bereits satte 28 Milliarden Dollar. Chinas Exporte steigen massiv, das  Wachstum der Importe dagegen schwindet. Eine fatale Tendenz, denn China  scheffelt massiv Geld, die Staatskasse quillt über, während die Schulden  in Europa und insbesondere in den USA unheilvolle Löcher in die  Staatskassen reissen.</p>
<p>Dieses Ungleichgewicht ist der Kern des Übels. Es  hat die grosse Krise vor zwei Jahren erst möglich gemacht, indem es den  Amerikaner erlaubte, auf Pump zu leben. China musste die Überschüsse  investieren und kaufte damit US-Schuldenpapiere. Die Amerikaner  erhielten billiges Geld und kreierten so die Immobilienblase.</p>
<p>Die chinesischen Überschüsse wiederum sind eine  Folge fast unbeschränkt zur Verfügung stehender billiger Arbeitskräfte.  Also verlagern Firmen ihre Produktion ins Reich der Mitte. Betroffen  davon sind nicht nur die Textil-, die Schuh- oder die  Spielzeugindustrie, sondern auch die Computerproduktion.</p>
<p>Überhaupt werden immer mehr technisch  anspruchsvolle Güter in China produziert. Als Folge entvölkern sich im  südlichen Europa, in England und in den USA die Fabriken, was auch die  Nachfrage nach Ingenieuren schwinden lässt. Das führt zu einem  eklatanten Verlust an Know-how, sodass viele Branchen in diesen Ländern  gar nicht mehr in der Lage sind, auf dem Weltmarkt mitzuhalten.</p>
<p>Gerade hier zeigt sich jetzt die Dramatik, die  hinter den neuesten Zahlen aus China steckt. In den genannten Ländern  und vor allem in den USA erholt sich die Wirtschaft nicht. Die Weltmacht  oder was von ihr übrig geblieben ist, vermag die Produktion nicht  anzukurbeln, viele Produkte sind technologisch überholt, es fehlt an  Know-how. Dort aber, wo US-Firmen führend sind, lassen sie just in China  produzieren.</p>
<p>Paradebeispiel dafür ist das iPhone. Im  internationalen Vergleich ist die US-Industrie in weiten Teilen nicht  mehr wettbewerbsfähig. Es droht der «double dip», dass die Wirtschaft  also nach der kurzen Er- holung ein zweites Mal taucht. Trifft dies ein,  scheint Deflation unvermeidlich. Sinkende Preise aber sind das übelste  Gift für eine Volkswirtschaft.</p>
<p>Dieses wahrscheinliche Szenario birgt ungeheuren  politischen Zündstoff. Seit zwei Jahren drängen die USA China  vergeblich, den Yüan zu verteuern, das beste Rezept, um das  Ungleichgewicht abzubauen. Derweil kauft sich China in Afrika und  Südamerika Mine um Mine und sichert sich so die Rohstoffzufuhr, die im  eigenen Land fehlt. Die US-Regierung gerät damit unter doppelten Druck:  Steigt die Arbeitslosigkeit weiter und kommt es zur Deflation, sind  innenpolitische Spannungen unvermeidlich. Gleichzeitig muss Präsident  Obama in der Währungsfrage einen Erfolg buchen können. Bisher hat China  ausser ein paar verbalen Zugeständnissen und einer symbolischen  Aufwertung des Yüan um 0,8 Prozent den USA die kalte Schulter gezeigt.  Der Handelsüberschuss ist der sichtbarste und wirkungsvollste  Machtfaktor Chinas. Die Spannungen, die sich um das steigende  Ungleichgewicht aufbauen, sind sehr ernst zu nehmen.</p>
<p>Artikel als pdf <a href="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/MG_azm_20100811_75676_1_1.pdf"><img class="alignnone size-full wp-image-17" title="PDF" src="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/PDF.gif" alt="" width="37" height="46" /></a></p>
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		<title>Sicherer Datenverkehr ist eine Illusion</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 19:10:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[SonntagsZeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonntagszeitung
Blackberry-Smartphones sind in der Wirtschaft weit  verbreitet. Je grösser die Firma und je komplexer das Netzwerk, desto  eher setzen die IT-Verantwortlichen auf die als absolut sicher geltende  Verschlüsselung, welche die kanadische Firma Research in Motion’s (RIM)  als Herstellerin Blackberrys anbietet. Niemand sonst bietet ein  Gerät  an, das abgehende Mails [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Sonntagszeitung</strong></em></p>
<p>Blackberry-Smartphones sind in der Wirtschaft weit  verbreitet. Je grösser die Firma und je komplexer das Netzwerk, desto  eher setzen die IT-Verantwortlichen auf die als absolut sicher geltende  Verschlüsselung, welche die kanadische Firma Research in Motion’s (RIM)  als Herstellerin Blackberrys anbietet. Niemand sonst bietet ein  Gerät  an, das abgehende Mails verschlüsselt, eingehende entschlüsselt und den  gesamten Datenverkehr über eigene Server laufen lässt.</p>
<p>So bestechend das Business-Modell ist, es dürfte  sich bald als Fata Morgana in nichts auflösen. Seit die Vereinigten  Emirate und Saudiarabien letzte Woche beschlossen, den  Blackberry-Datenverkehr in ihren Ländern zu unterbinden, ist die Welt  für Blackberry-  Benutzer nicht mehr dieselbe. Die Massnahme fällt  zeitlich zusammen mit einem Terroranschlag in der Strasse von Hormuz, wo  ein Attentäter versuchte, einen vollen Tanker mit einem auf einem  Schlauchboot platzierten Sprengsatz in die Luft zu jagen. Das Attentat  misslang, doch die Behörden sind alarmiert: Drogendealer, Spione und  Terroristen nutzen die Datensicherheit von Blackberry für ihr  schmutziges Geschäft. Beim Anschlag im indischen Mumbai auf ein Hotel  vor zwei Jahren kommunizierten die Angreifer mit Blackberrys.  Offensichtlich ist es den Sicherheitsbehörden von Saudiarabien und den  VAE nicht gelungen, den Algorithmus von RIM zu knacken, und die Firma  hat sich geweigert, mit diesen Ländern zusammenzuarbeiten.Deshalb kommt  jetzt das Verbot. Auch in Europa herrscht Ernüchterung, seit die  deutsche Regierung sämtlichen Beamten die Blackberrys entzog und der  französische Geheimdienst der Verwaltung die Benutzung von Blackberrys  untersagt hat.</p>
<p>Entscheidend aber ist: Wenn kleine Staaten  Blackberrys verbieten, weshalb tun das die USA nicht, wo doch die  Terrorabwehr nach 9/11 so drakonisch ist? Und warum sind Blackberrys in  Russland und in China zugelassen, wo die staatliche Überwachung  paranoide Züge annimmt? Die Antwort liegt auf der Hand. Der  Internetverkehr wird dort minutiös überwacht, auch jener, der über  Blackberrys läuft. Für die Wirtschaft muss das ein Alarmsignal sein.  Diese Länder sind für aktive Wirtschaftsspionage berüchtigt.   Unternehmen tun gut daran, die Illusion zu begraben, Blackberrys seien  sicher. Sie sind unsicher wie iPhones und der Internetverkehr überhaupt.</p>
<p>Artikel als pdf <a href="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/MG_tas_20100808_0_0_40.pdf"><img class="alignnone size-full wp-image-17" title="PDF" src="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/PDF.gif" alt="" width="37" height="46" /></a></p>
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		<title>Transparenz im Verkehr ist nötig</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 15:11:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mittelland Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittelland Zeitung
Der Preisüberwacher hat die gewünschten Aufschläge der Bahn  marginal reduziert. Er mag dafür seine Gründe haben. Aus  volkswirtschaftlicher Sicht aber ist das Bahnfahren viel zu billig,  genauso wie das Autofahren die Kosten nicht deckt. Dem Steuerzahler  werden unverhältnismässige Kosten aufgebürdet, das Verursacherprinzip  wird zugunsten einer wiewohl effizienten, aber superteuren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Mittelland Zeitung</em></strong></p>
<p>Der Preisüberwacher hat die gewünschten Aufschläge der Bahn  marginal reduziert. Er mag dafür seine Gründe haben. Aus  volkswirtschaftlicher Sicht aber ist das Bahnfahren viel zu billig,  genauso wie das Autofahren die Kosten nicht deckt. Dem Steuerzahler  werden unverhältnismässige Kosten aufgebürdet, das Verursacherprinzip  wird zugunsten einer wiewohl effizienten, aber superteuren Infrastruktur  mit Füssen getreten. Die Folgen viel zu tiefer Transportkosten: Wir  alle greifen gierig nach dem billigen Gut Transport, Arbeits- und  Wohnort können bald beliebig weit auseinander liegen – und wir  realisieren nicht, dass damit die Nachfrage erst recht steigt und die  ungedeckten Kosten bald ins Unermessliche steigen.</p>
<p>Schauen wir uns die Bahn etwas genauer an: Der  Bundesbetrieb SBB ist mit satten acht Milliarden Franken verschuldet.  Schulden in einem Staatsbetrieb sind nur dann gerechtfertigt, wenn  vorübergehend hohe Investitionen (beispielsweise in Rollmaterial)  finanziert werden müssen. Doch bei den SBB ist es gerade umgekehrt. Um  die gewaltig angeschwollenen Passagierströme bewältigen zu können, haben  die SBB begonnen, in den nächsten Jahren für 20 Milliarden Franken  neues Rollmaterial zu bestellen. Mit Entsetzen mussten die SBB zudem im  Frühling mitteilen, dass sie den Nachholbedarf im Gleisunterhalt falsch  berechnet hatten, die gestiegenen Frequenzen führen auch zu erhöhter  Abnützung. Es fehlen jährlich (!) 500 bis 850 Millionen Franken.</p>
<p>Wären die SBB ein privat geführtes Unternehmen,  der Aktienkurs läge im Keller, die Firma wäre ein Sanierungsfall. Die  Rechnung ist einfach: Nehmen wir an, die Schulden und das neue  Rollmaterial, zusammen 28 Milliarden, müssten in den nächsten 10 Jahren  auf null abgeschrieben werden. Damit fielen jährlich zusätzlich 2,8  Milliarden an. Dazu kommen die unterschätzten Unterhaltskosten sowie die  Zinsen auf den Investitionen und Schulden. In diesen Betrag nicht  eingerechnet sind die Infrastrukturkosten (Gleise, Bahnhöfe,  Betriebskosten für unrentable Randregionen etc.), die Bund und Kantone  bezahlen, zusammen rund drei Milliarden Franken.</p>
<p>Noch weniger transparent ist die Kostenwahrheit im  Strassenverkehr, weil die Bereitstellung der Infrastruktur auf Bund,  Kantone und Gemeinden verteilt ist und die individuell gefahrenen  Kilometer nur geschätzt werden können. Sicher ist nur, dass auch der  Individualverkehr nicht kostendeckend ist.</p>
<p>Was endlich not täte, wäre die Publikation von  zwei ganz simplen Eckwerten, die zu berechnen zwar nicht einfach, aber  machbar wäre. Auf der Basis gefahrener totaler Bahn- und  Strassenkilometer müsste der Bürger wissen, was ihn 1km Bahnfahren und 1  km Strassenbenützung tatsächlich kostet. Mehr Kostenbewusstsein wäre  die Folge und ein grösseres Verständnis für höhere Tarife und  Benzinzuschläge.</p>
<p>Artikel als pdf <a href="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/MG_azm_20100805_73678_1_1.pdf"><img class="alignnone size-full wp-image-17" title="PDF" src="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/PDF.gif" alt="" width="37" height="46" /></a></p>
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		<title>Obligationäre müssen einspringen</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 15:03:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sonntagszeitung
Peter Siegenthaler, der ehemalige Finanzchef des Bundes und  Präsident der im Stillen arbeitenden «Too big to fail»-Kommission, hat  im «Tages-Anzeiger» einen Blick auf die Umrisse freigegeben, mit welchen  Vorschriften die beiden Grossbanken künftig zu leben haben. Geschäfte,  sagte er, würden keine verboten, und es würden auch keine  Grössenbeschränkungen vorgeschlagen. Damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Sonntagszeitung</em></strong></p>
<p>Peter Siegenthaler, der ehemalige Finanzchef des Bundes und  Präsident der im Stillen arbeitenden «Too big to fail»-Kommission, hat  im «Tages-Anzeiger» einen Blick auf die Umrisse freigegeben, mit welchen  Vorschriften die beiden Grossbanken künftig zu leben haben. Geschäfte,  sagte er, würden keine verboten, und es würden auch keine  Grössenbeschränkungen vorgeschlagen. Damit ist klar, dass CS und UBS  weiterhin Investmentbanking betreiben können und dass die Höhe der  Bilanzsumme nicht limitiert wird. Offenbar ist sich die  Expertenkommission auch darüber einig, wie die beiden Banken zu genügend  Eigenkapital kommen. Die Lösung liegt in dem, was im Jargon «bail-in»  genannt wird, was so viel wie «einspringen» bedeutet. Einspringen  müssten in einer künftigen Krise die Obligationäre, die bisher zu  glimpflich davongekommen sind. Geschaffen werden soll eine neue  Kategorie von Obligationen, sogenanntes Zwangswandelkapital.  Unterschreitet eine Bank eine definierte Höhe des Eigenkapitals, würden  diese Obligationen automatisch in Aktienkapital umgewandelt.</p>
<h2>«Vielleicht sollte man bei langfristigen Bankanleihen eine  Zwangswandlung  vorschreiben»</h2>
<p>Die entscheidende Frage ist, wie teuer dieses  Zwangswandelrecht die Banken zu stehen kommt. Im Konkurs von Lehman  Brothers gingen die Obligationäre fast leer aus. Hätte Lehman aber statt  normale Obligationen Zwangswandelanleihen herausgegeben, hätte der  Konkurs vermieden werden können, und die Obligationäre hätten den  grössten Teil ihres Geldes behalten. Damit könnte man argumentieren,  dass diese sogenannten Coco-Bonds (Contingent Convertibles) die  Sicherheit für alle Kapitalgeber, also für die Aktionäre und die  normalen Obligationäre, erhöhen. Damit stellt sich die Frage, ob bei  langfristigen Bankanleihen nicht ganz generell eine Zwangswandlung  vorgeschrieben werden sollte.</p>
<p>Überhaupt sind noch viele technische Probleme zu  lösen. Etwa die Frage, wie hoch der Bestand an Coco-Bonds bei CS und UBS  sein soll. Nochmals so viel wie das Aktienkapital? Damit käme man nach  und nach auf rund 10 Prozent Eigenkapital, jene Grösse, die  Ex-UBS-Präsident Peter Kurer kürzlich als Mindestgrösse vorgeschlagen  hat. Ganz heikel ist auch die Frage, ob die Zwangswandlung durch die  Kernkapitalquote oder durch die Höhe des Aktienkurses ausgelöst werden  soll. Erstere ist für Aussenstehende undurchschaubar, der Aktienkurs  dagegen ist manipulierbar. Und letztlich ist nicht klar, wie der Markt  solche Coco-Bonds aufnimmt. Die Lösung scheint gefunden, doch wie immer  liegt der Teufel im Detail.</p>
<p>Artikel als pdf <a href="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/MG_tas_20100801_0_0_40.pdf"><img class="alignnone size-full wp-image-17" title="PDF" src="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/PDF.gif" alt="" width="37" height="46" /></a></p>
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		<title>Basel III – abgeschwächt</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 14:49:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mittelland Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittelland Zeitung
Der satte Sprung um rund 10 Prozent, den die europäischen  Bankaktien am Dienstag vollführt haben, war eine Folge des Einlenkens  der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Diese  internationale Aufsichtsbehörde hatte Ende 2009 ein Papier in die  Vernehmlassung geschickt, welches von den Banken massiv höhere  Eigenkapital- und Liquiditätspolster verlangte. Weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Mittelland Zeitung</strong></em></p>
<p>Der satte Sprung um rund 10 Prozent, den die europäischen  Bankaktien am Dienstag vollführt haben, war eine Folge des Einlenkens  der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Diese  internationale Aufsichtsbehörde hatte Ende 2009 ein Papier in die  Vernehmlassung geschickt, welches von den Banken massiv höhere  Eigenkapital- und Liquiditätspolster verlangte. Weil aber namentlich  deutsche, britische und französische Banken immer noch auf mageren  Reserven sitzen, hätten sie die neuen Vorschriften mit dem Titel Basel  III in unüberwindliche Schwierigkeiten gebracht.</p>
<p>Abgeschwächt wurden im Wesentlichen  finanztechnische Vorschriften, wie Anleihen, Kredite, Hypotheken,  Derivate, Hedge-Instrumente, CDO etc. in der Bilanz zu bewerten sind.  Was im Detail gemeint ist, zeigen zwei Beispiele. Viele Banken halten  Minderheitsbeteiligungen an anderen ausländischen Banken. Solche  Minderheitsbeteiligungen werden nicht konsolidiert und gelten als  ausserhalb der Bilanz (off balance sheet) geführt. Nun wurde festgelegt,  dass bereits eine 10-Prozent Beteiligung dem Eigenkapital zugerechnet  werden darf.</p>
<p>Ein zweites Beispiel betrifft den Begriff  «Stabiles Nettowiederbeschaffungsverhältnis» («net stable funding  ratio»), das stark gelockert wurde. Mit diesem Wert wird die zeitliche  Übereinstimmung von Kredit und Absicherung definiert. Dabei gilt: je  kongruenter die zeitliche Abstimmung, desto höher der  Eigenkapitalbedarf. Hätte die BIZ am ursprünglichen Wert festgehalten,  hätte dem Finanzsektor insgesamt die horrende Summe von 1500 Milliarden  Euro gefehlt, wie ein Analyst ausgerechnet hat.</p>
<p>Das Nachgeben der BIZ hat einen konkreten  Hintergrund. Dem Bankensystem fehlt es massiv an Eigenkapital.  Einerseits, weil die Krise viel davon weggefressen hat, andererseits,  weil gerade die Krise deutlich machte, dass das Finanzsystem mit mehr  Eigenkapital ausgestattet sein muss. Ein gutes Beispiel sind die  britischen Banken. Sie haben zwar den Stresstest bestanden, doch müssen  sie gemäss der Bank of England bis Ende 2012 total 800 Milliarden Pfund  an kurzfristigen Verbindlichkeiten zurückbezahlen, können aber nur etwa  die Hälfte davon auf dem Kapitalmarkt beschaffen. Woher das Geld nehmen?  Wächst die Wirtschaft stark, ist die Kapitalbeschaffung via Wachstum  möglich, wächst sie nicht, werden die Banken das Geld von ihren  Schuldnern zurückfordern und entsprechend Kredite kündigen. Das würde  das Wirtschaftswachstum erst recht beeinträchtigen.</p>
<p>Die BIZ reagiert mit ihren gelockerten  Vorschriften also auf die Gefahr, dass es zum doppelten Taucher kommen  könnte, dass auf die durch die Finanzkrise ausgelöste Rezession eine  zweite folgen könnte, die durch Kreditverknappung ausgelöst würde.  Deshalb wird die Einführung der Vorschriften auch zeitlich verzögert,  von 2012 erst auf 2018.</p>
<p>Artikel als pdf: <a href="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/MG_azm_20100729.pdf"><img class="alignnone size-full wp-image-17" title="PDF" src="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/PDF.gif" alt="" width="37" height="46" /></a></p>
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		<title>Stresstest bringt Nationalbank in Erklärungsnot</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 16:05:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[SonntagsZeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonntagszeitung
Ob der Stresstest hart genug war und die Märkte beruhigen  wird, muss sich noch weisen. Jedenfalls beteuert die EU damit, dass ihr  Bankensystem stabil ist und folglich kein «Too big to fail»-Problem  besteht. Wäre das nicht die Überzeugung der EU, wäre der Stresstest eine  Farce, und die Politik (und die Fachleute, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Sonntagszeitung</em></strong></p>
<p>Ob der Stresstest hart genug war und die Märkte beruhigen  wird, muss sich noch weisen. Jedenfalls beteuert die EU damit, dass ihr  Bankensystem stabil ist und folglich kein «Too big to fail»-Problem  besteht. Wäre das nicht die Überzeugung der EU, wäre der Stresstest eine  Farce, und die Politik (und die Fachleute, die hinter diesem Test  stehen) hätte die Märkte und ihre Bürger belogen. Nun sind im Banking  Systemrisiken nicht auf einzelne Länder beschränkt, wie das Beispiel  Lehman Brothers gezeigt hat. Wo immer eine systemrelevante Bank  scheitert, löst sie ein Erdbeben im Bankensystem weltweit aus.  Konsequenterweise kann man auch nicht behaupten, die beiden Schweizer  Grossbanken seien anders zu behandeln als andere europäische Banken.  Fakt ist, dass CS und UBS im Test obenaus schwingen; statt mit den  geforderten 4 Prozent stünden sie im schlimmsten angenommenen Fall mit  einer Kernkapitalquote von über 12,5 Prozent da.</p>
<h2><em><strong>«CS und UBS stünden im schlimmsten Fall mit einer Kernkapitalquote  von  über  12,5 Prozent da»</strong></em></h2>
<p>Da stellt sich die Frage, warum die Nationalbank  zusammen mit der Finma trotz der bereits 2008 massiv erhöhten  Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften mit der Solidität der beiden  Grossbanken noch nicht zufrieden ist, zumal diese den Eigenhandel massiv  eingeschränkt und ihre Bilanzen reduziert haben. Für CS und UBS  entstünde Stress – so dürfen wir annehmen – nicht im eigenen Land, etwa  weil hier der Immobilienmarkt kollabieren würde, nein, Stress käme auf,  weil beispielsweise Griechenland, Spanien oder Portugal ihre Schulden  sanieren müssten. Derlei Stress beträfe aber die Banken im Ausland viel  eher als die beiden Grossbanken. Oder konkreter: Bevor CS oder UBS in  die Existenzkrise rutschen würden, kollabierten systemrelevante  ausländische Institute reihenweise.</p>
<p>Auf die Schweizer Banken bezogen, beweist der  Stresstest, dass das, was SNB und Finma bisher schon von den beiden  Banken gefordert haben,  a) ganz offensichtlich genügt und b) schon weit  über das hinausgeht, was das Ausland unternimmt.  Damit stellt sich die  Frage der Verhältnismässigkeit zusätzlicher Vorschriften, wie sie von  der «Too big  to fail»-Kommission im August präsentiert werden sollen.  Fordern SNB und Finma von den Grossbanken noch mehr Eigenkapital und  Liquidität,  wäre dies ein unmissverständliches Signal an Europa: Der  Stresstest ist reine Schönfärberei. Wir sind gespannt, ob die offizielle  Schweiz den Mut hat, Europa die Leviten zu lesen.</p>
<p>Artikel als pdf <a href="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/MG_tas_20100725.pdf"><img class="alignnone size-full wp-image-17" title="PDF" src="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/PDF.gif" alt="" width="37" height="46" /></a></p>
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		<title>Das gewagte Spiel der Nationalbank</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 16:34:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus</dc:creator>
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Das hat es in der neueren Geschichte der  Nationalbank noch nie gegeben: Die Währungshüterin veröffentlicht eine  Gewinnwarnung. Sie tut das aus gutem Grund: Die Kritik an ihrer  Geldpolitik hat massiv zugenommen. Sie richtet sich gegen die  Euro-Stützungskäufe, die nun prompt jene Verluste gebracht haben, vor  der viele gewarnt haben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Mittelland Zeitung</em></strong></p>
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<p>Das hat es in der neueren Geschichte der  Nationalbank noch nie gegeben: Die Währungshüterin veröffentlicht eine  Gewinnwarnung. Sie tut das aus gutem Grund: Die Kritik an ihrer  Geldpolitik hat massiv zugenommen. Sie richtet sich gegen die  Euro-Stützungskäufe, die nun prompt jene Verluste gebracht haben, vor  der viele gewarnt haben. Alleine 14 Milliarden mit dem Euro zu  verspekulieren, ist schon ein starkes Stück. Schon in früheren Phasen,  als für die Schweiz noch der Dollar die absolute Leitwährung war, hatte  die Nationalbank hin und wieder versucht, Kursausschläge zu glätten.  Immer wieder hatten frühere Nationalbankchefs selber darauf hingewiesen,  dass sich weder die Notenbanken gemeinsam, geschweige denn eine  einzelne wie die schweizerische gegen den Markttrend stemmen könnten.</p>
<p>Dennoch hat die SNB in diesem Frühling in noch nie  da gewesenem Ausmass Euro gegen Franken gekauft. Sie tat dies im  Glauben, Arbeitsplätze der Exportindustrie sichern zu müssen. Doch  dieser geht es plötzlich blendend, just wegen des tiefen Euros.  Namentlich die deutsche Wirtschaft boomt dank der tiefen Währung, was zu  Anschlussaufträgen in der Schweizer Wirtschaft führt. Diverse Branchen  verzeichnen plötzlich wieder Auftragseingänge wie in der Hochkonjunktur.  Und Asien boomt sowieso.</p>
<p>Doch die Eurokäufe führten zu einer ganzen Reihe  von neuen Ungleichgewichten. Plötzlich schwimmen im Ausland Milliarden  von Franken, die irgendwann wieder abgesogen werden müssen. Das wird  dann den Euro drücken und den Franken stärken, auf jeden Fall neue  Kursauschläge bewirken. Die Wirtschaft aber wünscht sich eine möglichst  berechenbare Währung. Die Geldschwemme kann zu Inflation führen, welche  die Notenbank mit hohen Zinsen bekämpfen muss.</p>
<p>Natürlich kann die Nationalbank die Verluste  verkraften, zumal der Zufall wollte, dass das Gold teurer wurde und  damit die Goldbestände an Wert zulegten, was einen grossen Teil der  Euroverluste kompensierte. Und als besondere Pointe verdiente die  Nationalbank an den Subprimes, welche die UBS notfallmässig an die  Nationalbank auslagern musste. Doch was, wenn der Euro weiter fällt,  etwa auf Fr. 1.20, wie das verschiedene Ökonomen in ihre Szenarien  eingebaut haben? Was, wenn das Gold wieder taucht und der Dollar dazu?  Die Nationalbank ist unnötig grosse Risiken eingegangen.</p>
<p>Artikel als pdf <a href="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/MG_azm_20100722_69241_1_1.pdf"><img class="alignnone size-full wp-image-17" title="PDF" src="http://markusgisler.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/PDF.gif" alt="" width="37" height="46" /></a></p>
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